Die ersten Wochen nach der Diagnose

Sie müssen heute gar nichts. Und wenn Sie doch etwas tun möchten, hilft es, kleine Schritte in einer sinnvollen Reihenfolge zu gehen.

Direkt nach der Diagnose kommt oft alles gleichzeitig: Erleichterung, weil es endlich eine Erklärung gibt. Trauer um Vorstellungen, die man loslassen muss. Angst vor der Zukunft. Und die Frage, was man jetzt eigentlich tun soll.

Die kurze Antwort: heute gar nichts. Es gibt keine Frist, die morgen abläuft, und keinen Schaden, der entsteht, wenn Sie sich zwei Wochen Zeit nehmen.

Die längere Antwort: Wenn Sie anfangen möchten, hilft eine Reihenfolge. Nicht weil Eile geboten wäre, sondern weil manche Schritte andere leichter machen.

Vier Schritte, die andere leichter machen

In dieser Reihenfolge, jeweils dann, wenn Sie Kraft dafür haben.

1

Ankommen

Alle Gefühle dürfen da sein — auch die widersprüchlichen. Es gibt kein „richtiges“ Empfinden nach einer Diagnose, und niemand muss sofort funktionieren.

2

Entscheiden, wer es erfährt

Die Diagnose ist eine private Information Ihres Kindes. Sie entscheiden, wer sie kennt — und Sie können jederzeit erweitern. Der umgekehrte Weg ist schwerer.

3

Erste Anträge anstoßen

Pflegegrad, Schwerbehindertenausweis, Eingliederungshilfe. Die Bearbeitung dauert; früh angestoßen heißt nicht, dass Sie alles sofort erledigen müssen.

4

Kita oder Schule informieren

Offenheit lohnt sich meist — sie ermöglicht Nachteilsausgleiche und macht aus Konflikten Zusammenarbeit. Wie viel Sie erzählen, bleibt Ihre Entscheidung.

Im Mika Guide weiterlesen

Das Modul „Die ersten 100 Tage“ begleitet Sie zwölf Wochen lang — jede Woche ein Thema, eine kleine Aktion, nie mehr auf einmal.

Woche 0 — Ankommen

Alle Gefühle dürfen da sein, und heute muss nichts entschieden werden.

Wer muss es wissen?

Die Diagnose ist eine private Information — Sie entscheiden über jede Weitergabe.

Das Umfeld-Gespräch

„Das verwächst sich doch“ — wie Sie mit Großeltern und Freunden sprechen.

Erste Anträge

Pflegegrad, Ausweis, Eingliederungshilfe: was wann Sinn ergibt.

Die Stärkenbrille

Detailblick, Ehrlichkeit, tiefes Interesse — Ihr Kind neu sehen lernen.

Eigene Trauer und Schuld

Trauer ist kein Verrat an Ihrem Kind, und Schuld hat hier nichts verloren.

Zum Mika Guide

Die App ist kostenlos; der erste Abschnitt dieses Moduls ist frei lesbar, die Vertiefung gehört zu Mika+ (einmalig 19,99 €).

Was jetzt wirklich nicht eilt

Sie müssen keine Therapieform auswählen, keine Schulform festlegen und keine Lebensplanung überarbeiten. Diese Fragen werden kommen — sie sind aber alle später noch da.

Was jetzt zählt: dass Ihr Kind Sie hat und dass Sie durchatmen. Alles Weitere ergibt sich in einem Tempo, das zu Ihrer Familie passt.

Hinweis zu den rechtlichen Angaben

Diese Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, aber keine Rechtsberatung — Gesetze, Beträge und Verfahren ändern sich, und jeder Fall liegt anders. Verbindlich sind die geltende Rechtslage und die zuständige Stelle; eine Haftung kann ich nicht übernehmen. Bei wichtigen Entscheidungen hilft die kostenlose Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) oder ein Sozialverband weiter.

Sie möchten darüber sprechen?

Wenn Sie am Anfang dieses Weges stehen und einfach jemanden brauchen, der die Situation kennt: Das erste Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Erstgespräch anfragen Alle Leistungen

Diese Website nutzt keine Tracking-Cookies; die Besucherzahlen werden cookielos mit Plausible gemessen. Mehr in der Datenschutzerklärung.