Wenn Sie selbst nicht mehr können
Über Erschöpfung, Scham und den Moment, in dem Sie laut geworden sind. Diese Seite ist nicht für Ihr Kind — sie ist für Sie.
Über dieses Thema wird selten gesprochen. In fast jedem Beratungsgespräch kommt es trotzdem vor: die Erschöpfung, die nicht mehr weggeht. Das schlechte Gewissen gegenüber den Geschwistern. Die Freundschaften, die leiser geworden sind. Und der Moment, in dem Sie selbst laut geworden sind und sich danach schrecklich gefühlt haben.
Das macht Sie nicht zu schlechten Eltern. Es macht Sie zu Menschen, die über längere Zeit mehr getragen haben, als eine Person tragen kann.
Was in solchen Momenten hilft, sind keine großen Konzepte, sondern kleine, geübte Handgriffe — für die Minute, in der es kippt, und für die Stunde danach.
Drei Dinge für den Akutmoment
Nichts davon löst die Situation. Alles davon verschafft Ihnen die Sekunden, die Sie brauchen.
Drei Atemzüge
Länger ausatmen als einatmen. Das ist keine Esoterik, sondern der schnellste Weg, dem eigenen Nervensystem ein Signal zu geben, dass keine Lebensgefahr besteht.
Ein Anker-Satz
Ein innerer Satz, den Sie sich vorher zurechtlegen. „Das ist gerade schwer, und es geht vorbei.“ Er hält Sie — und nach außen sagen Sie in diesem Moment so wenig wie möglich.
Der Reparatur-Moment
Danach zählt nicht, dass nichts passiert ist, sondern dass Sie zurückkommen. Ein kurzer Satz, eine Hand, ein Angebot. Verbindung lässt sich wiederherstellen.
Im Mika Guide weiterlesen
Der Eltern-Notfallkoffer im Mika Guide ist vollständig kostenlos und besteht aus acht kurzen Impulsen — auch zum Anhören.
Erste Hilfe: drei Atemzüge
Die Grundtechnik für den Akutmoment — kurz genug, um sie wirklich zu benutzen.
Ihr Anker-Satz
Ein innerer Satz, der Sie hält, wenn außen alles laut ist.
Der Reparatur-Moment
Wie Sie nach dem Sturm die Verbindung wiederfinden — ohne große Erklärungen.
Scham und Selbstvergebung
Wenn Sie selbst laut geworden sind: warum Scham dazugehört und wie es weitergeht.
Wenn es im Supermarkt passiert
Blicke aushalten — und zwei Sätze, die die Situation entschärfen.
Der Familien-Krisenplan
Ein Plan, den alle kennen: Frühzeichen, Aufgaben, Kontakte.
Kostenlos, direkt im Browser nutzbar und am Homescreen installierbar.
Wenn die Erschöpfung bleibt
Wenn die Erschöpfung nicht mehr weggeht, wenn Sie sich dauerhaft leer fühlen oder dunkle Gedanken kommen: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das ist kein Versagen, sondern derselbe vernünftige Schritt, den Sie für Ihr Kind auch gehen würden.
In akuten Krisen erreichen Sie Notruf 112 · Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117 · Telefonseelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Sie möchten darüber sprechen?
Sie müssen das nicht allein sortieren. Ein Gespräch, in dem es einmal nur um Sie geht, ist manchmal der Anfang.
